Bauerngarten

Der Bauerngarten, sein Ursprung liegt im Germanentum und ihre Gärten haben sich mit den Jahrhunderten stets erweitert.

Wenn eine Umsiedelung bevorstand wurde eingepackt. Der Hausrat, das Vieh und die Pflanzen. Menschen die weiterzogen hatten stets im Gepäck, Getreide und Rispenhirse für den Brei. Linsen für die Aussaat. Ebenso der Dachwurz, der schützte vor Feuer auf dem Dach.

Sobald ein Platz gefunden war, entstand schnellstmöglich ein Garten wieder hinterm Haus. In ihm wuchs alles was die bäuerliche Familie zum Leben brauchte. Die Gärten lagen stets hinter den Höfen, lang und schmal. Zunächst kam der Gemüsegarten. An ihn schloss sich der Baumgarten mit den Obstgehölzen an. Er bildete den Übergang zur offenen Landschaft.

Bauerngärten sind ein Wechsel zwischen Wuchern, Wildwuchs und Ordnung. Es ist stets eine Harmonie zwischen dem Gebäude und dem Garten. Ein lebendiges Kunstwerk. Ein fester Rhythmus und chaotisches Wachsen. Jede Pflanze, jedes Tier hat ihr Lebensrecht in diesem Biotop. Alles hat seinen Platz und seine Aufgabe. Das ist ein urparadiesischer Zustand.

Es ist wieder Zeit geworden für diese wunderbaren Nutzgärten, die sowohl als Küchengarten dienen wie auch als Heilpflanzengarten für Mensch und Tier. Die besondere Qualität der Produkte und ihre wunderbare Anpassung an den jeweiligen Standort machen sie zu etwas besonderen. 

Bauerngärten beherbergen:

-          einen Obstgarten mit alten Obstsorten (oft auf der Nordseite) inklusive Beerenobst und Wildobst

-          einen Gemüsegarten mit selbst vermehrten alten Gemüsesorten und Wildgemüse

-          einen (Wild)Kräuter und Gewürzgarten -  aus dem Samen, Früchten, Rinde, Blättern, Wurzeln Verwendung finden

-          einen Heilkräutergarten für volksheilkundliche Anwendung bei Mensch und Tier 

 

Es finden sich stets widerstandsfähige und genügsame Arten. Sie vermehrten sich wie die Minze selbst durch Wurzelausläufer oder aus dem Samen wurden neue Pflanzen gezogen. Viel Arbeit durften sie nicht machen, denn den Bauern blieb nur wenig Zeit neben der reichlichen Arbeit auf dem Acker und im Stall.

Die Bauerngärten waren nicht so der Mode unterworfen. Sie wurden zwar stets erweitert, Samen getauscht und sie hatten stets das im Garten was das ganze Jahr über gebraucht wurde.

Die Blumen dienten zugleich zum Heilen. Die Ringelblume die Entzündungen hemmt. Noch heute wird aus ihr Salbe gegen Hautkrankheiten gemacht. Mutterkraut das Aspirin des Mittelalters. Der Tee half gegen Migräne und Frauenleiden. Der Beinwell ein Gemisch aus gestampften Blättern und Wurzeln und Fett war gut gegen Knochenverletzungen bei Mensch und Tier. Sein Wirkstoff Allantoin lies Wunden und Brüche schnell heilen. Unentbehrlich in einer Zeit in der es keine Ärzte gab.

Zäune schützten vor Tieren. Das Wort Garten geht zurück auf das indoeuropäische Gortos, eingezäunter Ort.

Besonders schöne Pflanzen hatten sich die Menschen schon frühzeitig aus der wilden Natur in ihre Gärten geholt wie das Gänseblümchen. Nur die größten vermehrten sie weiter. Kornblume und die wilden Rosen. Sauerampfer, deren junge Blätter eigenen sich gut für einen köstliche Salat.

Sogar ums Haus dürfen essbare Unkräuter wachsen, sogenannte Ruderalpflanzen, die sowohl als Lebensmittel und gleichzeitig auch als Heilmittel dienen.

Ein Bauerngarten ist Regional und Saisonal. Versorgt Mensch und Tier mit den besten Nährstoffen die es gibt, zum besten Zeitpunkt, mit einer unglaublichen Vielfalt, ist immer geöffnet und hat Ecken und Kanten wie die Menschen die mit ihm wohnen.