Brot: Unser tägliches Brot ...

... gib uns heute…

 

„Der Geruch des Brotes ist der Duft aller Düfte. Es ist der Urduft unseres irdischen Lebens, der Duft der Harmonie, des Friedens und der Heimat.“ (Stanislaw Jerzy Lec (1909-66), poln. Schriftsteller)

 

Früher dienten Lebensmittel nicht nur der bloßen Nahrungsaufnahme. Essen symbolisierte gesellschaftliche Fürsorge und sicherte das Überleben der Familie. Mit dem Brechen von Brot wurde die Gemeinschaft, Wohlstand und Sesshaftigkeit gestärkt. Das tägliche Brot sowie das Salz in der Suppe waren Geschenke des Himmels. Aber nicht nur für die Mitglieder eines Haushalts, sondern auch für den unangemeldeten Gast mussten genügend Brot und Salz zur Verfügung stehen.

 

Schon seit Jahrtausenden ist das Getreide die Grundlage für unser tägliches Brot. Nördlich der Alpen wurden bereits vor 30.000 Jahren Wildpflanzen gemahlen. Vor ca. 10.000 Jahren begann der Mensch dann mit dem systematischen Anbau von Getreide. Ursprünglich wurde das Getreide gemahlen und mit Wasser vermengt als Brei gegessen. Später wurde der Brei auf heißen Steinen oder in der Asche als Fladenbrot gebacken.  Aus wildem Getreide und anderen Zutaten gekochter Brei wurde auf heißen Steinen getrocknet und war so haltbar und transportierbar.

 

Getreide wurde auch als Zahlungsmittel verwendet. Es war so wertvoll, dass noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts Löhne an Fuhrleute, Hirten und Schmiede meist in Getreide bezahlt wurde. Doch vieles hat sich gewandelt. Den respektvollen Umgang mit Lebensmitteln haben wir seit  den 1960er Jahren verloren. Seit Produkte im Überfluss vorhanden und jederzeit verfügbar sind, büßen diese enorm an Wert und Qualität ein. Doch am dramatischten ist, dass der Bezug zur Natur dabei auf der Strecke geblieben ist.

 

Unser tägliches Brot liegt daher immer mehr in den Händen von Großkonzernen. Maschinelle Lebensmittelproduktion, die auf „billig“ ausgerichtet ist, lässt Menschen in der Produktion verschwinden. Unrealistisch niedrige Brot- und  Brötchenpreise erzeugen Quantität statt Qualität. Die Brotstruktur hat mit dem Ursprung fast nichts mehr gemeinsam, denn die Fabriken mit Laufbändern sind nicht geeignet für den „gewöhnlichen“ Brot-Teig. Die Industrie bedient sich deshalb vielen Zusatzstoffen. Was dabei die Angabe von Zusatzstoffen betrifft, müssen nur diejenigen aufgelistet werden, die im Gebäck noch eine technologische Wirkung haben.

 

Aber – es entwickelt sich eine Gegenstrategie. Es wird angefangen Brot wieder selber zu backen. Mit den eigenen Händen. Gutes, echtes Brot, das diesen Namen auch wirklich verdient. Mit nur 3 Zutaten: Mehl, Wasser und Salz.

Wir knüpfen an diese Tradition wieder an und widmen uns zwei volle Tage dem Brot, alten Hausrezepten, Bräuchen und den köstlichsten Brotaufstrichen die wir mit Produkten aus dem eigenen Garten zaubern können.

 

1. Teil: Brotbacken für Anfänger

  • Der Ursprung
  • Brot früher und heute
  • Getreidekunde
  • Alte Sorten
  • Tipps für Allergiker
  • Mehltypen
  • Ölsaatenkunde
  • Mühlenkunde
  • Backtriebmittelkunde
  • Gemeinsames Zubereiten einer Mahlzeit und Mittagessen
  • Verschiede Brotwaren aus Hefeteigen herstellen
  • Sauerteigherstellung
  • Altes Hausrezept
  • Süße vollmundige Brotaufstriche ohne Zucker

 

2. Teil: Brotbacken für Fortgeschrittene

  • Ein gesundes Frühstück herstellen
  • Getreide lagern, was ist zu beachten
  • Schädlinge umgehen
  • Vorratshaltung und ihre Möglichkeiten
  • Schimmel ist nicht gleich Schimmel
  • Gemeinsames Zubereiten einer Mahlzeit und Mittagessen
  • Sauerteigherstellung für Generationen
  • Brot aufbewahren
  • Teig Knetkunst
  • Brotbackformen, was ist am Besten
  • Verschiede Brotwaren aus Sauerteig herstellen
  • Altes Hausrezept
  • Pikante Brotaufstriche vollkommen Cholesterinfrei

 

 

Brot und Salz, Gott erhalt´s.  Verschenken wir doch wieder selbstgebackenes Brot und Salz  

  • zur Hochzeit für ein dauerndes Bündnis zwischen den Eheleuten
  • zum Einzug in ein Haus oder eine Wohnung, um Sesshaftigkeit, Wohlstand und Fruchtbarkeit zu wünschen, häufig verbunden mit dem Vers „Brot und Salz, Gott erhalt’s“
  • oder als Haussegen: Alles was man braucht im Leben, ist Brot, Salz und Gottessegen, will ich als Geschenk dir geben.

 

 

Ein Vergelt´s Gott fürs Lesen und das tägliche Brot wünsche ich, wo immer Sie gerade sind.