Segn´s Gott...

... (Segne es Gott) – Gott soll dich segnen.

 

Die höchste Auszeichnung die man einem Menschen wünschen kann.

 

Mit einem "Segn´s Gott" wünscht man nicht nur ein kurzfristiges Glück, sondern man wünscht seinem Nächsten das Beste was "in Gottes Namen" möglich ist. Wir haben diese wunderbare Redenssprüche in unserer Deutschen Sprache genial verankert.

Das deutsche Wort segnen leitet sich von dem lateinischen signare ab. Der Segnende schenkt bzw. gibt dem Anderen ein besonderes Zeichen und stellt ihn damit unter den größten möglichen Schutz und ins Wohlwollen. Der Gesegnete wird sozusagen positiv signiert.

Beim Segnen wird geliebt, wertgeschätzt, vervielfältigt, höher geachtet und der Andere anerkannt. Segnen ist ein Teil unserer menschlichen Kultur. Es war lange eine Selbstverständlichkeit aber ist in der heutigen Zeit fast untergegangen. Dabei verbindet der Segen den Menschen und alles wird wieder eins.

Der Mensch mit der Schöpfung. Das Innere mit dem Äusseren. Oben mit unten. Links mit Rechts. Der Osten mit dem Westen, der Süden mit dem Norden. Das Unsichtbare mit dem Sichtbaren. Und vieles mehr.

Man kann nicht nur mit einem "Segn´s Gott" einen "guten Segen" wünschen, sondern auch mit einem Kreuzzeichen verbinden und mit einer Berührung wunderbar segnen. 

Ein "Segen" kann überall sein und wenn wir genau hinhören eröffnet sich dieser in unserer Muttersprache im tagtäglichen Ge"brauch".

 

 

Wunderbare Segensbräuche...

 

... in der Familie

  • Ein wunderbarer Brauch ist es, dass der Sohn oder die Tochter - von den Eltern "gesegnet" wird wenn er/sie das Haus auf längere Zeit verlässt.
  • Wenn ein Sterbender seine Kinder "segnet", hat dies für deren weiteres Leben einen unschätzbaren Wert. Solch ein Segnen kann durch ein gutes Wort oder einen Zuspruch (ich bin stolz auf dich/euch, Gott behüte dich/euch oder Gesten wie ein wohlwollender Händedruck) oder eine zärtliche Berührung verstärkt werden.
  • Viele Kinder in einer Familie bedeuteten reichen "Kindersegen".
  • Eine schwangere Frau ist „gesegneten Leibes“.
  • Kinder sind ein "Segen Gottes". Es ist nicht selbstverständlich Kinder und vor allem gesunde Kinder in der heutigen Zeit zu haben. Kinder sind etwas wertvolles und etwas besonderes. Das Wissen teilen sich viele Paare, bei denen der "Kindersegen" ausbleibt.
  • Hatte jemand das "Zeitliche gesegnet", so hat er sich von dieser Welt verabschiedet und ist gestorben.
  • Es ist "ein Segen" eine Familie zu haben. Gemeinsam geht alles besser. Alles wird leichter. Es wird auf mehrere Schultern verteilt. Es beinhaltet auch liebevolle Berührungen, Umarmungen und Küsse.
  • Es ist "ein Segen" tägliche zärtliche Zuwendungen zu erfahren. Vor allem bei Kindern weiss man, dass diese täglich viele solcher Berührungen benötigen, um körperlich und emotional gesund heranzuwachsen. Es gab Versuche mit Kleinstkindern, dass wenn diese Essen, Trinken und körperlich Plege bekamen aber keine liebevolle Zuwendungen, dass sie einfach starben.
  • "Wir sind gesegnet", wenn wir täglichen liebevolle Gesten erhalten. Fehlen diese bedeutsamen Berührungen, geht jedem Menschen ein großer Teil vom Segen verloren! Erwachsene tun sich oft schwer, ihre Kinder liebevoll zu berühren, wenn sie es selbst in ihrer eigenen Kindheit nicht erhalten haben. Doch sie können lernen, die Bedürfnisse der eigenen Kinder wieder zu erfüllen und sich selbst und die Kinder dadurch zu segnen und "ein gegenseitiger Segen sein".
  • Alle brauchen den "Segen der Berührung". Jung und Alt. Kinder, Eltern, Großeltern, Urgroßeltern. Frau und Mann.
  • Eine "gute Partnerschaft ist ein Segen". Viele Singels diese Welt können ein Lied davon singen.

 

 

 .. im Kinderlied

  • "Heile, Heile Segen". Drei Tage Regen. Drei Tage Sonnenschein. Ist schon wieder alles fein.
  • "Heile, Heile Segen". Morgen gibt es Regen, übermorgen Sonnenschein. Dann wird es wieder besser sein.
  • "Heile, Heile Segen". Morgen gibt es Regen, übermorgen Schnee. Dann tuts nicht mehr weh.
  • Dieses Kinderlied "ist ein Segen" und es gibt das Lied in verschiedenen Varianten. Mit dem Kinderlied werden die kleine Kinder getröstet, wenn sie hingefallen sind oder sich gestossen haben und weinen. Die Kinder werden mit den Lied gewiegt, der Schmerz wird "weggeblasen" und alles ist danach meist wieder gut und vergessen. Viele von uns kennen es aus der Kindheit und wissen wie gut es getan hat.

 

 

 .. beim Essen

  • Zum Essen wünschte man sich „eine gesegnete Mahlzeit“.
  • Ein früher selbstverständlich vollzogener Brauch war, dass die Hausfrau oder der Hausherr mit dem Messer ein "Kreuzzeichen" in das Brot ritzte, bevor die erste Scheibe abgeschnitten wurde. Es bedeutete: "Dank und Segen" für Gabe und Genuss dieses Grundnahrungsmittels.
  • Der Kinderreim: „Es regnet, Gott segnet, die Erde wird nass“ weist darauf hin, dass der Erfolg von Säen und Ernten, also Wachsen und Gedeihen, nicht nur von der fleißigen Arbeit des Menschen abhängen, sondern auf Segen angewiesen sind, der durch Wechsel von Regen, Tau und Sonnenschein und durch die Keimkraft des Saatgutes Frucht bringt und zu einem „Erntesegen“ kommt.
  • Einer, der viel essen kann, hat einen "gesegneten Appetit".
  • Eine Kartoffelsorte, die sehr ergiebig ist, heißt „Ackersegen“.

 

 

... im Haus und Hof

  • In früheren Zeiten wurden bei Flurumgängen stets das Vieh, die Fluren und die Felder "gesegnet".
  • Das Haus wurde zumindest, wenn man einzog, "gesegnet", um für alle, die darin miteinander wohnten und arbeiteten, Gesundheit, Bewahrung, Frieden und Eintracht zu erbitten.
  • Wenn „der Haussegen schief hängt“ gab es Streitigkeiten in der Familie.
  • Einen Haussegen gab es natürlich um das Glück im Haus zu erhalten.

 

 

... das Wissen vom Segen

  • "Darauf ruht kein Segen“, meinen wir bei unrecht erworbenem Gut, unlauterem Wettbewerb und unredlichen Absichten.
  • Oft erweist es sich auch als Segen etwas nicht zu bekommen.
  • „Meinen Segen hast du“ heißt, ich bin mit deinem Vorhaben einverstanden.
  • Wenn für eine Entscheidung nur noch die Zustimmung des Oberhauptes fehlt, dann muss es noch „abgesegnet“ werden.
  • Es ist ein "wahrer Segen" wenn man eine große Hilfe bekommt, ein wahres großes Glück hat.
  • "Sich regen bringt Segen", es war das Wissen, dass nichts von alleine kommt.

 

Lasst uns wieder "segnen". "Uns gegenseitig ein Segen sein". Damit verbinden wir und wirken heilend. Alles das was unsere Welt, mehr denn je,  wieder braucht...

 

Wer noch mehr über das "Segnen" lernen will, auch wie es eingesetzt werden kann um Heilungsprozesse zu unterstützen, dem empfehle ich die praktische Umsetzung: "Zauberworte und Zaubergesänge".

 

Ein Vergelt´s Gott fürs Lesen und eine gesegnete Zeit wünsche ich, wo immer Sie gerade sind.