Heimat

Was ist Heimat?

Die Heimat ist jene Landschaft, in der ein Mensch aufwächst und die ihm die ersten bleibenden Eindrücke und Erlebnisse vermittelt. Durch die Kraft und das Wesen einer Heimatlandschaft wird die Persönlichkeit eines Menschen mitgeformt. Die eigene Geschichte, Sprache, Erbgut und Lebensraum prägen die Menschen.

Gerade die Sprache - die Muttersprache - ist der historisch gewachsene Ausdruck der Lebensäußerungen eines Volkes, auch in der Vielzahl der Dialekte. Eigene Sprache und vor allem auch die eigene Schrift ist ein Bestandteil einer kulturbewussten Lebenshaltung, die Oberflächlichkeit gegenüber der eigenen Umwelt unmöglich macht.

Interessanterweise ist es so, dass Menschen die eine starke Heimatverbundenheit haben, jederzeit sich für diese auch einsetzen und schützen. Denn die eigene Heimat will sich niemand zerstören lassen, sondern erhalten. Menschen, die feste Wurzeln haben, sind stark.

Die Menschheit lebt stets in Völkern, diese sind die stärksten und natürlichsten Gemeinschaften. Es ist die "größere Familie" dieser man angehört, bei der niemand "aus- und einsteigen" kann, wie es ihm beliebt.

Je mehr man sich mit seiner eigenen Kultur, Landschaft und den Menschen verbindet umso mehr erblickt man auch die Schönheiten darin. In der heutigen Zeit suchen viele Menschen in der Ferne, doch "das Gute liegt so nah", sozusagen vor der Haustür. Ent-decken wir doch einfach wieder "unsere Heimat" - "unser Land" und jeder darf seinen Landstrich selbst wieder finden.

Ein weißer Mann sagte einmal: " Der Glaube, die Familie, die Verbundenheit mit dem eigenen Volk und Heimat sind die einfache Arznei gegen alle Übel dieser Zeit." Darüber sollten wir vielleicht einmal nachdenken...

 

Meine Heimat ist Bayern...

... und ich liebe mein Land.

Was für ein schönes Land. Wunderschöne Landschaften mit vielen sanften Hügeln und tiefgründigen blauen Seen laden zum Verweilen ein. Der Blick gleitet Richtung Alpen über saftige grüne Wiesen hinweg. Mein Auge bleibt an den schneebedeckten Bergen hängen. In der Ferne kann ich die Kuhglocken hören (wenn sie noch schellen dürfen), wie sie mit ihrem tiefen Geläut von den Almen herunterklingen. Erinnerungen aus meinen Kindheitstagen kommen auf und versetzen in mich in ein uraltes Bauernhaus mit niedrigen Decken, rot karierten Vorhängen, kurzen Betten und übergroßen Federbetten. Kalt ist es, wenn man früh morgens die Füße aus dem Bett schwingt und zum Fenster hinaussieht. Um den Blick noch zu schärfen werden die kleinen Holzfenster, die noch einen seitlichen Schiebemechanismus besitzen, zur Seite geschoben. Es eröffnete sich die Aussicht auf ein wohltuendes Fleckchen Erde.

Bayern, wir sind stolz auf unser Land, unsere Tradition und unsere Sprache. Der bayerische Dialekt wird als weich und wohlklingend bezeichnet. Außergewöhnlich sind auch die vertrauten und warmen klangvollen Grußformeln wie „Grüß Gott“ und „Pfiat Gott“ (Behüt dich Gott) zum Abschied. Wenn es weniger förmlicher zugeht gibt es für die Begrüßung ein „Griaß di“ (Gott), „Griaß  eich“ (Gott) und für den Abschied ein „Pfiat di“ (Gott),  oder ein „Pfiats eich“ (Gott).

Die Sprache wird stets als Ausdruck der Herkunft empfunden. Sie verbindet und gibt ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Sie zeichnet sowohl den Landstrich wie auch die Menschen aus. Dialekt bedeutet: Miteinander reden. Reden wie einem der Schnabel gewachsen ist. Nicht standardisiert, sondern ursprünglich, individuell, mit einem unvergleichlichen Charakter- und Wesenszug. Die Silben klingen wie Musik in den Ohren des Hörenden. Musik, die aus der Umgebung entspringt, hier ihren Ursprung hat und ein Heimatsgefühl formt.

Aus dem Heimatsgefühl entspringt auch ein starkes Nationalbewusstsein. Bei den Bayern wird mit Stolz die Rautenflagge gehisst und beim Aufziehen zum weiß-blauen Himmel geschaut. Sanft flattert dabei die Fahne im Wind und es wird das Lebensmotto eines starken Selbstbewusstseins zelebriert. „Mia san mia“. Bewusst ist man sich seiner Kraft, seiner Tradition und dass hier so manche Dinge anders sind. Denn die Uhren laufen in Bayern einfach anders.

Die Bajuwaren mit ihren Volksstämmen sind ein aufrichtiges Volk. Sie sprechen die Dinge direkt und ohne Umschweife an. Es wird alles unumwunden beim Wort genannt. Diese Ehrlichkeit und Offenheit ist eine der großen Charakterstärken, mit dem dieses Völkchen aufwarten kann. Und wenn das nächste Mal wieder so ein Grantler kommt, freuen wir uns doch einfach über die Bodenständigkeit mit dem Wissen, es gibt auch noch die bayerische Gemütlichkeit, denn alles ist vergessen wenn gemeinsam getanzt, gelacht, gesungen, musiziert und ein richtiges Bier getrunken wird, dann wird’s einfach „griabig“. 

Es gibt viel zu berichten über das schöne Bayern. Facettenreich liegt es vor uns. Kirchen die auf Kraftplätzen stehen. Marterln, die am Wegesrand heilige Wegkreuze zeigen. Schlösser, die der Kini (der König Ludwig) erbaute, der keine Lust auf Krieg hatte. Alte Traditionen wie Maibaumaufstellen die sich noch erhalten haben. Trachten und Dirndln, die eigene Kleidung demonstrieren und somit die Menschen verbinden. Die kulinarische bayerischen Küche, die aus einfachen Zutaten schmackhaftes zubereitet. Die eigene Nationalhymne, die vieles aussagt.

Wen wundert es da, dass ein Land, das so viel zu bieten hat, Menschen beherbergt, die glücklich über ihre Herkunft und dieses Fleckchen Erde sind. Die mit Würde sich der „Bayerischen Staatsangehörigkeit“ erfreuen. Diese ist im Artikel 6 der bayerischen Verfassung des Freistaates Bayern von 1946 geregelt und wird automatisch durch die Geburt, Legitimation, Eheschließung oder Einbürgerung erworben. Diese Staatsangehörigkeit kann nicht aberkannt werden und bleibt stets die Heimat der Bayern ...

 

 

Heimat- Gedicht (Arnold Scherner)
Hoamad (übersetzt von Carolin Mahr)

Heimat, das sind die Menschen, die man kennt, die man Verwandte, Nachbarn und Freunde nennt.
Hoamad, des san d´Laid, dia ma kena, de ma Varwandtn, Nochbarn und Freind nena.

Heimat, das ist die Sprache, die man spricht, die man hört, liest und versteht wie ein Gedicht.
Hoamad, des is´d Schbroch, dia ma schbrichd, dia ma heard, liast und vastäd wira  Gedichd.

Heimat, das sind der Hof, das Haus und die Räume, das sind Felder, Wiese, der Garten, die Bäume.
Hoamad, des is da Hof, s´Heisl, und de Raam, des san Felda, Wisn, da Gardn und de Baam.

Heimat, das sind die Berge, Seen und die Wälder, der Sommer recht warm und im Winter viel kälter.
Hoamad, des san d´Beag, Seen und da Woid, da Summa guad warm und da Winter sakrisch koid.

Heimat, das ist der Ort, seine Straßen und Brücken, das sind die Blumen, die wir am Wegrand pflücken.
Hoamad, des is da Oat, Schdrass und Bruggn, des san Bleamäl, di mia am Wegrand brogga.

Heimat, das ist die Luft, die wir atmen, das ist die Sonne, das Licht der Sterne,
Hoamad, des is d´Luft, de mia schnaufa, des is d´Sunna, s´Liachd und d´Steana

Heimat, das ist unsere Erde in der Nähe und der Ferne.
Hoamad, des is d´Erdn, da Hergott in da Näh und d´Feana.

Heimat, das ist, was wir lieben, ist all das Vertraute, was unser Vorfahr hier einst erbaute.
Hoamad, des is des was mia meng, ois des  wos  ma kena, wos  Voafahrn frira hom baud menga.

Heimat, das ist die Vergangenheit von der unsere Väter berichten, in vielen alten netten Geschichten.
Hoamad, des is frira, davo hod da Vata gred, in vui oide Gschichd´n, de so san ned

Heimat, das ist die Gegenwart mit Freude und Sorgen, das ist unserer Kinder leuchtendes Morgen.
Hoamad, des is Haid mit Freid und Leid, des san von de Kinda der nächste Dog, des is des, was i sog

Heimat, das ist, wo wir wirken, schaffen, und streben, das ist, wo wir lieben, leiden und leben.
Hoamad, des is des wo mia schaffa, des is do wo mia liabm, leida, lehm un d ois kaffa.

Heimat, viele Wege führen von dir hinaus, aber alle führen einmal zurück nach Haus.
Hoamad, vui Weg genga naus, aber olle kema zruck ins Haus.

Heimat weckt ein Gefühl, das lässt sich schwer beschreiben. Es wächst im Alter umso mehr, lässt sich nur schwer vertreiben.
Hoamad, des is a Gfui, des konnst wahrlich net bschreim. Des wachst im oida mera, last si net verdreim.

 

 Bayrische Nationalhymne:

1. Gott mit dir, du Land der Bayern,
 deutsche Erde, Vaterland!
 Über deinen weiten Gauen
 ruhe Seine Segenshand!
 |: Er behüte deine Fluren,
 schirme deiner Städte Bau
 Und erhalte dir die Farben
 Seines Himmels, weiß und blau! :|

2. Gott mit dir, dem Bayernvolke,
 dass wir, uns’rer Väter wert,
 fest in Eintracht und in Frieden
 bauen uns’res Glückes Herd!
 |: Dass mit Deutschlands Bruderstämmen
 einig uns ein jeder schau
 und den alten Ruhm bewähre
 unser Banner, weiß und blau! :|